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Fünfzig Jahre Christuskirche Korntal


 
Willst du Gott ins Herze sehn,
bleib an diesem Kreuze stehn!
 
50 Jahre Christuskirche Korntal
 
„Was für ein schöner Raum, so offen und so frei!“, meinte eine Besucherin des Festgottesdienstes zum fünfzigjährigen Bestehen der Korntaler Christuskirche am 18. Juli 2010. Vor fünfzig Jahren und einem Tag – am 17. Juli 1960 – ist das Gotteshaus eingeweiht worden. Am vergangenen Sonntag hat die Kirchengemeinde das Jubiläum ihrer Kirche mit zahlreichen Gästen aus den Nachbargemeinden und der Stadt gefeiert.
 
Die Grüße und Segenswünsche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg überbrachte der Stuttgarter Prälat Ulrich Mack. Als Predigttext hatte er Worte des Apostels Paulus gewählt: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus.“ (1. Korinther 1,18.22f.)
 
Der Text war mit Bedacht gewählt. Schließlich laufen alle Linien des Kirchbaus auf das große Kreuz im Altarraum zu. „An einem Kreuz auf einem Berggipfel in der Schweiz steht ein Spruch: Willst du sehen Gottes Spur, schau von hier in die Natur. Willst du Gott ins Herze sehn, bleib an diesem Kreuze stehn“, führte der Prälat in seiner Predigt aus, um fortzufahren: „Da am Kreuz siehst du, wer dich liebt und wer dich hält. Da siehst du, worauf wirklich Verlass ist. Da, in diesem menschlich gesehen Gescheiter­ten war Gott in Christus. Ganz gegen unsere Weisheit, die meint, mit allem selber fertig werden zu müssen, bereitete Gott dort am Kreuz den Ort, wo wir Ängste loswerden, Sorgen abladen und den Ballast der Schuld. Es ist Gottes Weisheit, dass dort einer hängt und bittet: Vater vergib ihnen. Darauf ist Verlass – höher als unsere Vernunft. Was ich über mich selber denke oder über andere Menschen, ist immer begrenzt. Darum ist es gut, mit dem eigenen Denken vor das Kreuz zu treten und zu fragen: Was denkst du, Herr, über mich oder über einen Mitmenschen oder über die Welt?“ Im Rahmen des Gottesdienstes ehrte Prälat Mack drei verdiente ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde. Die Brenzmedaille der Landeskirche erhielten Lydia Steinmann, Emil Breuninger und Gerhard Mack.
 
Sein Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst stellte Jochen Hägele, Pfarrer der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal, unter die Überschrift „Für das Vergangene Dank, für das Kommende Ja!“ Er gratulierte der Kirchengemeinde zu ihrer Kirche, deren Südglasfassade er als Blick in die himmlische Herrlichkeit interpretierte, und dankte für das gute Miteinander der beiden Evangelischen Gemeinden.
 
Peter Rogale, Vorsitzender des Kirchengemeinderats der Katholischen Kirchengemeinde, stellte das Kreuz in den Mittelpunkt seines Grußwortes und betonte, dass der Blick auf das Kreuz die Christen eine. Eine Kirche sei das Herz einer Gemeinde – und die Christuskirche immer wieder Ziel katholischer Kirchgänger am Sonntagmorgen.
 
Bürgermeister Dr. Joachim Wolff dankte der Kirchengemeinde namens der Stadt für alle Impulse, die sie der Stadt gebe. Die Christuskirche sei ein Wahrzeichen Korntals, ihre zukunftsweisende Architektur, namentlich die gläserne Südfassade, Ausdruck für Offenheit und Engagement. Er erinnerte daran, dass 1965 mit Unterstützung der Kirchengemeinde der Verein Korntaler Füreinander-Miteinander entstanden sei. Mit dem Kindergarten in der Stettiner Straße habe die Kirchengemeinde Bildungsverantwortung übernommen. „Darüber hinaus sind es vor allem die vielen regelmäßigen Angebote und offenen Gruppen der Gemeinde, die die Menschen durch ihren Alltag begleiten und Hilfen und Orientierung geben, Gemeinschaftsgefühl und Lebensfreude“, meinte der Bürgermeister. Stadt und Kirche seien sich nahe – und das sei gut so. Die Christuskirche möge auch in Zukunft „Heimat und Ausgangspunkt von friedvollem Miteinander sein und der Stadt ein Anker christlicher Wärme und Geborgenheit.“
 
Viele haben die Sanierung der Kirche in den letzten Jahren unterstützt. Dafür danken wir herzlich. Die Christuskirche ist dienstags bis sonntags geöffnet. Zu sehen ist eine Ausstellung zur Baugeschichte. Wer mag, kann auf einer Tafel Erinnerungen an fünfzig Jahre Christuskirche notieren.
 
Pfarrer Dr. Ulrich Dreesman
 


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